Was ist Antiziganismus?

Was ist Antiziganismus?

Der Antiziganismus ist ein Teil des europäischen Kulturerbes, genährt für Jahrhunderte durch die Angst vor dem osmanischem Reich (welches bis 1919 bestand) und den "dunklen Türken". Roma und Sinti stehen vor einer europäischen Gesellschaft, die sich nicht mit ihnen als Menschen beschäfigt, sondern als "Zigeuner" bildhaft vorstellt.
Dieses bildhafte Denken ist das Problem des Antiziganismus, es erklärt der Mehrheitsgesellschaft das Sein und Verhalten der Roma und Sinti unabhängig von deren Lebenswirklichkeit. Das Bild des nomadisierenden Zigeuners ist ein gutes Beispiel für diese Wirklichkeitsverkennung: 95% der Roma und Sinti leben in Wohnungen oder Wellblechhütten in Osteuropa. Migrationsbewegungen der Roma sind Fluchtreaktionen auf Vertreibungsandrohung oder Gewaltkonflikte in einer Region. Menschen flüchten, wenn sie sich bedroht fühlen. Dieses Fluchtverhalten - fälschlich als "Nomadisierung" habitualisiert - hat zum Überleben des Roma- und Sintivolkes beigetragen.
Der Antiziganismus findet sich in allen Schichten - ob arm oder reich - der europäischen Mehrheitsgesellschaft.
Marko D. Knudsen
1. Vorsitzender - EZAF

"Der Antiziganismus hat im Gegensatz zum Antisemitismus bis in die Gegenwart eingehalten. Er existiert in allen Gesellschaftsschichten und wird deshalb als völlig selbstverständlich empfunden."
Prof. Dr. Wilhelm Solms
Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats auf der I. Internationalen Antiziganismus Kongress

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