PM Deutsche Polizeistiefel auf Holocaust Denkmal. 26.05.16

PM Deutsche Polizeistiefel auf Holocaust Denkmal.
Bleiberechtsaktion am Denkmal der in Europa unter den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti.

Am 22.05.2016 besetzten ca. 70-90 von der Abschiebung bedrohte Roma das Denkmal der in Europa unter den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti. Bei der Mehrzahl handelte es sich um Kinder. Die Aktion war entgegen anderweitiger Meldungen komplett friedlich.. Der Vorwurf, dass die Aktion nicht angemeldet war, ist lachhaft, denn diese Aktion wäre nie genehmigt worden. Gegen Mitternacht wurde das Mahnmal durch eine Hundertschaft Polizisten gegen den Willen der besetzenden Roma geräumt.

Es wurden keine Personendaten der Besetzer erfasst. Es wurden keine Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs gestellt, jedoch vereinzelt wegen "Widerstands die gegen Staatsgewalt".
Als Bannbruch stellt sich für mich der Einsatz von Polizisten dar, die gegen die Besetzer auf der Gedenkstätte vorgingen. Hierbei sei erwähnt, dass Polizisten, die während der NS-Zeit für das „verbringen“ von Roma und Sinti in die Arbeits- und Vernichtungslager zuständig waren, willige Gehilfen wurden. Nach dem Krieg waren diese Beamten weiter tätig. Erst 1982 wurde der Völkermord an den Roma und Sinti durch Helmut Schmidt, als Bundeskanzler, als solches durch einen Nachkriegspolitiker genannt.

Anstatt sich zu empören, verurteilen viele diese Aktion. Warum? Das Denkmal ist für die in ganz Europa ermordeten Roma und Sinti. Nicht nur für „deutsche“ Sinti.

Natürlich ist es ein legitimes Anliegen, gegen die antiziganistische Regelungen des Asylpaket I (sichere Herkunftsstaaten West-Balkan) an dem Denkmal für den Völkermord an unserem Volk zu protestieren und auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Nach Jahrzehnten auf Duldung (Aussetzung der Abschiebung) werden integrierte Roma ins Elend deportiert.

Die politischen Bekenntnisse zur Eröffnung des Mahnmals sind nichts als Worthülsen, Deutschland schützt keine Roma, Deutschland desintegriert die Balkan-Roma um Rechte und antiziganistische Klientel zu bedienen und verweigert sich seiner historischen Verantwortung der Roma gegenüber.

Dieser Ort gehört genauso, deutschen Sinti wie auch Roma aus dem Balkan und dem Rest Europas. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Jugoslawische Konzentrationslager Jasenovac verweisen, in welchen zehntausende Roma den Tod fanden. Deren Nachkommen suchen heute Schutz in Deutschland und dieses zurecht. Wie die Juden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in Deutschland Zuflucht fanden, so sollte den Roma aus einem Zerkriegtem Jugoslawien, Zuflucht in Deutschland gewährt werden.

Marko D. Knudsen
Vorsitzender

German