Antiziganismus in der Europäsichen Politik und die Auswirkungen von Antiziganistischer Medienberichterstattung.

23. Juli 2013 um 17:09
Seit 600 Jahren wütet nun in unserer Gesellschaft aggressiv und offensiv ein Phänomen das ich Antiziganismus nenne. Antiziganistische Ressentiments finden sich in der Breite der Öffentlichkeit und werden ungefiltert oder unhinterfragt geäußert und praktiziert. Der Antiziganismus, speziell durch Medien sorgt für eine Entmenschlichung der Roma und ermöglicht damit ein verhalten der Mehrheitsbevölkerung welches einem anderen Menschen gegenüber schwer vorstellbar wäre.
Von Victor Hugo stammt der der Satz, dass jedes Thema seine Zeit hat. Die Zeit uns mit dem allgegenwärtigen Antiziganismus auseinanderzusetzen ist jetzt, denn es gab schon zu viel Leid und es geht darum weiteres Leid zu verhindern. Weiteres Leid eines Volkes, von 12-15 Millionen in Europa, Generation für Generation, Ihre immer wieder neu erlittenen Traumata weitergibt und von der umgebenden Mehrheitsbevölkerung, als Feindlich, Minderwertig, Kriminell, Dreckig, Arbeitsscheu und Asozial definiert wird. Ein Antiziganistisches Paradox. Das selbst geschaffene Vorurteil dient dazu, das „Zigeunerbild“ zu schaffen, welches dann einfache Erklärungsmuster liefert (Vorurteil) um mit uns umzugehen. So brauchen wir nicht zur Schule weil wir Bildungsfern sind, so das Vorurteil. Es wäre natürlich schwierig für einen Menschen der sich für einen Guten Menschen hält sich diese Klarheit vor Augen zu führen. Roma kriegen keine Arbeit weil Sie schlecht Ausgebildet sind, oder stellen Sie sich die Frage „würde ich einen „Zigeuner“ Anstellen wenn ich andere gleichwertige oder bessere Bewerber hätte“. Wohl nicht und beginnt das Problem. Eigentlich beginnt das Problem in der Schule also mit der Bildung. Seit 4 Jahren bin ich nun Schulsozialarbeiter, mit der Aufgabe Roma Kinder und Jugendliche an der Regelschule zu halten. Es ist schwierig aber es funktioniert. Ein Kind welches in der Schule Spaß hat kann von den Eltern nicht zuhause behalten werden. Schwierig wird es wenn Antziganistische Vorurteile bei Lehrern oder der Schulleitung auf den Schulbesuch Einfluss Nehmen. Dann Gerät ein Schutzmechanismus bei den Roma Familien in Bewegung der sich der Diskriminierung nicht mehr aussetzen will. Was zur Schulabstinenz führt. Hier helfen oft Intensive Gespräche mit eigensprachlichen Roma Sozialarbeitern und allen Betroffenen. Der erste Schritt um gegen den eigenen Antiziganismus .anzugehen und ihn zu erkennen ist die Begegnungen und das entgegenbringen von Gegenseitigen Vertrauen. Lernt uns kennen. Sprich laut auf wenn unrecht passiert.[i]
Der Begriff „Zigeuner“ ist im Deutschsprachigem Raum nicht als politisch Korrekt anzusehen. Roma und Sinti fühlen sich von dieser Begrifflichkeit Beleidigt und diskriminiert. Seit den Achtziger Jahren haben es die Roma und Sinti verbände in Deutschland geschafft das auf Offizieller Ebene nur noch von Roma und Sinti gesprochen wird. Trotzdem ist die Begrifflichkeit „Zigeuner“ aus der Mehrheitsbevölkerung nicht herauszubekommen, so können Sie in jedem Deutschen Supermarkt Produkte kaufen die mit „Zigeunersaucen“, „Zigeunerchips“, „Zigeunerwurst“ und „Zigeunerschnitzel“ beworben werden, wobei letzteres auch bei jedem Lieferservice und in jedem Imbiss bestellt werden kann. Dies zeigt den Balaceact der Mehrheitsgesellschaft zwischen politisch korrekten bezeichnungen und bezeichnungen die gebraucht werden um ein spezielles Bild der Roma als „Zigeuner“ zu schaffen. Wieso gibt es denn Kein „Neger Gulash“ oder „Judengeschnetzteltes“ in Supermärkten ? Das kann man sich schwer vorstellen und das ist auch Richtig so.
Die Analyse dieses Verhaltens wird vom Europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung [ii]getrieben.
Es gibt Momentan zwei wissenschaftliche Theorien die versuchen den Begriff „Zigeuner“ zu erklären.
Die Antiganoi eine Griechische Sekte die währen der Zeit der Byzanz existierten. Diese Theorie wird gerne von den „Zigeuner“ Forschern herangezogen, da sich dadurch auch einige begründungen für Vorurteile untermauern lassen.
Der Begriff „Chingane“ der aus dem Alt Türkischen Abgeleitet wird und Übersetzt „Arme Menschen“ meint dieses passt zu der Theorie das Roma als Handwerker und Sklaven nach Europa kamen. Diese Theorie wurde von Roma erarbeitet[iii].

Zur Terminologie muss speziell im Deutschen Sprachraum auf die Differenzierung „Roma und Sinti“ eingegangen werden, da die Sinti eine seit Jahrhunderten in Deutschland lebende Gruppe sind und auch während der Zeit der Nationalsozialisten, riesige Anteile Ihrer Bevölkerung verloren. Heute leben in Deutschland zwischen 150.000 und 250.000 Roma und Sinti, inklusive der Roma Flüchtlinge. In Frankreich 600.000-800.000. Wenn man diesen Vergleich weiterführt, Polen ca. 50.000 und Tschechien und die Slowakei zusammen mind. 1,5 Millionen. Diese Vergleiche zeigen die nahezu Ausrottung der Roma und Sinti in Deutschland und Polen.
Sinti gehören zu Gruppe der Roma wohingegen Jenische (Deutschland, Österreich und der Schweiz) und Traveller (In Irland und Grossbritanien) keine Roma sind. Die Sinti haben eine Sprache die der der Roma entspricht (Dialektisch Abweichend), Sie heisst „Romnes“, Roma nennen Ihre Sprache „Romanes“
Nicht jeder Roma oder Sinto ist auch ein Politiker oder Vertreter seiner Menschen.
Deutschland ist sich seiner historischen Verantwortung zweifelsohne bewusst, wenn es um Juden geht. Bei Progrome, Erfassungsaktionen und dem Aufbau von Hi-Tech Konzentrationslagern in Italien für Roma und Sinti, schaut Deutschland zu. Mehrere Briefe des Europäischen Zentrums für Antiziganismusforschung[iv], die speziell als in Deutschland ansässige INGO zur Deutschen Historischen Verantwortung steht, wurden lapidar Beantwortet. So schrieb, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Bundespräsident Horst Köhler und der Außenminister Frank-Walter Steinmeier zurück. Der Inhalt war leider erschreckend. Die drei Briefe hatten alle dieselbe Zeile „...Dies ist ein Problem auf der Europäischen Ebene und wir warten auf Europäische Lösungsvorschlage und Handlungsansätze“[v] – mir drängt sich die Historische Vokabel „Endlösung“ auf. Mit dem tolerieren der Vorgänge in Italien, habe ich zum vierten male verbucht das Deutschland seine historische Verantwortung den Roma gegenüber nicht wahrnimmt und wohl auch nicht möchte. Schließlich Antwortete der damalige SPD Chef Kurt Beck, leider kam auch von dort nur ein vertrösten auf den „EU Roma Summit“ der erste Europäische Unions Gipfeltreffen in Brüssel. Von dort erhoffe man sich „... bestehende Probleme beim Schutz der Roma in Europa deutlich anzusprechen und zukunftsweisende Impulse für die verbesserte gesellschaftliche Teilhabe der Roma“[vi].
Leider sah das Ergebniss des Gipfels anders aus. Ein Bericht von Sebihana Skenderovska von der Roma Jugendorganisation, East Meets West Roma - Youth Network[vii]. Frau Skenderovska die in Ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des European Roma and Travellers Forum in Strasburg, an einer Sitzung der Europäischen Kommission in Brüssel teilnahm berichtete folgendes. Herr Jan Jarab aus dem Kabinett des EU Kommissars Spidla, sagte auf die Frage nach dem nächsten Roma Summit, der am Internationalen Roma Tag am 08.04.2010 in Spanien stattfinden wird, „...wir werden eine strikte Auswahl bei den Teilnehmern vornehmen. Die Europäische Kommission wird sich schon darum kümmern das keine Skandale stattfinden und keine aggressiven politischen Positionen von vorgetragen werden die durch spezielle Personen initiiert wurden.“[viii] Die Europäische Kommission scheint hier klar auf der Agenda zu haben die Freiheit der Meinungsäusserung zu untergraben. Wenn gewählte Roma vertreter nicht mehr Eingeladen werden, wird das zu einem massiven Auflauf von Roma vor dem Veranstaltungsort führen. Wir sind demokratisch erzogen, in europäischen Demokratien. Die Jugend kriegt dieses in der Schule vermittelt. In Spanien gibt es bis zu einer Million Roma. Spaniens Jugendbewegungen und Vereinsstrukturen sind einmalig in Europa. Dieses bringt mich gezwungener Massen zu dem Punkt der politschen Manipulation. Im April 2008 lud das ERTF im Europäischen Menschengerichthof zu einer Sitzung mit dem Titel: „The Role of NGOs“ also die Rolle von eingetragenen Vereinen. Zu dieser Sitzung war als Verantwortlicher der Europäischen Kommission Joachim Ott aus Deutschland anwesend. Der Europäischen Kommission wurde auf diesem Treffen den ganzen Tag die Europäischen Strukturen der Verbände erklärt und Verbände präsentierten sich. Es waren auch Verbände eingeladen die eine Initiative mit dem namen EU Roma Policy Platform bildeten. Darunter die Gesellschaft für bedrohte Völker –Schweiz , Amnestie International, European Roam Information Office. Kurz gesagt die EU Roma Policy Platform hat keine Roma Mitglieder Verbände und erst recht keine Vertreter der Roma in Ihren Reihen versammelt. Es geht nur um die Positionierung um EU-Fonds zu erhalten und nicht um die Situation der Roma zu verbessern in dem man Ihre Interessen vertritt.
Anwesend war auch die Patida di Rom aus Rumänien die mehr als eine Million Mitglieder zählt und sich vom ERTF auf Europäischer Ebene Vertreten lässt. Auch die beiden größten Internationalen Roma Verbände der RNC und die IRU waren anwesend. Das ERTF erklärte das mind. 3000 Roma Verbände aus ganz Europa im Forum demokratisch Organisiert sind. Herr Ott erklärte hierzu lapidar „...wer unser Partner wird entscheiden wir“. Solche Bürokraten sollen diplomatische oder weitgehende poltische Entscheidungen treffen? Da kommt das sowas raus, den demokratischen Vertreter wollen wir nicht. Zu Unbequem. Wir machen uns da was, was uns gefällt und uns gehorcht. Dieses erinnert mich stark an die „Judenrats“ Politik der Nationalsozialisten. Damals schafften sich die Täter eine Gruppe von Juden die die sogenannte „Umsiedlungen“ unterstützten. So bezahlte auch der „Judenrat“ die Deportationszüge für die eigenen Menschen in die NS-Vernichtungslager.
Der Gipfel am 16.09.2009 war eine Farce. Die Staatsvertreter Beweihräucherten sich mit dem für Sie erreichten. Die Italienische Vertreterin glitt bei Ihrer Präsentation so weit in Vorurteile ab, dass Sie mit Trillerpfeifen zum Schweigen gebracht wurde.
Die Behandlung des einzigen demokratischen Vereinigenden Europäischen Dachverandes, dem European Roma and Travellers Forum, indem alle Internationalen Verbände der Roma wie z.b. der Roma National Congress (RNC), Internationale Romani Union (IRU) und sechs weitere INGO und Nationale Vertreter aus den Mitgliedsstaaten des Europarat, wurde nur auf Druck auf in das Programm aufgenonnen. Der Gipfel wurde Simultan in Deutsch, English, Rumänisch, Bulgarisch, Frazösisch, Italienisch, Spanish, Ungarisch und Slowenisch übersetzt. In Romanes, die Sprache der Roma wurde den ganzen Vormittag nicht übersetzt. Wieso? Romanes ist keine Anerkannte EU Sprache und wurde deshalb ingoriert. Interessant anzumerken ist das Romanes von dem Europarat und seiner Dolmetscherabteilung als offiezielle Sprache angesehen wird. Es war den organisatoren offensichtlich auch egal ob die „Zigeuner“ was verstehen. Zum Glück beherrscht Herr Kawczynski der Präsident des ERTF, Deutsch und English und konnte so dem Vormittag folgen. Viele Roma speziell aus dem Balkan konnten dies nicht. Zur Berichterstattung zum EU Roma Summit möchte ich hier ein paar Zeitungsartikel Zitieren und Sie teilweise kommentieren.
Die Fianzial Times Deutschland schrieb am 17.09.2008, „Die Zustände heute sind schlimmer als während der Apartheid in Südafrika“. EU Kommissar Spidla wies den Südafrika-Vergleich scharf zurück. In der EU werde keine Apartheid-Politik betrieben.[ix] Dieser Aussage von Kommissar Spidla muss ich klar wiedersprechen. Es findet in Europa eine Apartheid Politik statt. Diese findet in den Köpfen der Mehrheitsbevölkerung statt und wird durch Administrationen, Verwaltungen und Staatlicher Gewalt umgesetzt. Es mag stimmen das das Problem der Europäischen Apartheid nicht verschriftlicht ist in Gesetzen wie es in Südafrika war. Das ist aber auch der einzige Unterschied. Die taz, verbreitete als Linkes Blatt eine merkwürdige Bewertung in Ihrem Artikel so wird geschrieben: „„Sie reden mal wieder über uns, nicht mit uns !“, tobte Kawczynski“[x]. Von toben kann keine Rede sein, schauen Sie mal selbst: http://www.youtube.com/watch?v=PE63R7U3u7w . Es geht aber auch anders. Herr Gaulhofer der für Die Presse schreibt, hat das Problem weitestgehend verstanden hier einige Zitate aus dem Artikel : „Seltsam: Die Reichste Weltregion, Vorreiterin in Sachen Menschenrechte, leistet sich ein disparates Heer von chronisch Armen, Arbeitslosen und Analphabeten, traumatiesiert durch Jahrhunderte der Ausgrenzung“ und weiter „...Das wir am liebsten vergessen, aber die forschen Italienererinnern uns mit Mini-Progromen uns Fingerprint-Razzien daran, dass auch die Gegenwart für Roma düster ist.“. Herr Gaulhofer schliesst mit einer klassischen Journalistischen Analyse, „... Doch da müssten auch die „Europäer“ mitspielen und zulassen, das ihr Nachwuchs die Schulbank mit den Schmuddelkindern drückt. Dann gäbe es vielleicht in zwei Generationen kein Problem mehr, um dessen korrekten Namen man ringen müsste.“[xi] . Für weitere Informationen zum vergangenen I. European Union Roma Summit am 16.09.2008 und die vorbereitungen und Ergebnisse des II. European Union Roma Summit am 08.04.2009 finden Sie hier http://www.RomaSummit.eu .
Eine weitere Problemtische Entwicklung ist die so genannte „Data-Collection“ also Daten Erfassungen. Italien war in dieser Richtung Vorreiter, dort werden seit Ende 2008 Roma Erkennungsdienstlich behandelt. Selbst Kleinkindern werden Fotografiert und deren Fingerabdrücke genommen. Das besonders perfide an dieser Entwicklung ist das das Rote Kreuz in Italien diese Erfassungen durchführt. Auch schon in der zweit des italienischen Faschismus half das Rote Kreuz bei der Erfassung und Vernichtung. Ganz abgesehen davon das nach Europäischen Datenschutzgesetzen, die Erhebung von ethnischen Daten verboten ist, startete die Europäische Kommission als einziges Projekt für Roma in den Jahren 2009/2010 welches Daten über Roma sammeln soll, bzw. Sie erfassen soll wo Sie leben. Dafür hat die Europäische Kommission 5 Millionen € zu Verfügung gestellt. Hierzu die Position des ERTF auf der Sitzung am 25.06.2009, „...das European Roma and Travellers Forum unterstützt keine ethnischen Erfassungsaktionen von Roma. Antidiskriminierungsgesetzgebungen sollten durch die Europäische Kommission geachtet werden. Außerdem sollte vor einer solchen Entscheidung die Roma Vertreter zu Ihrer Meinung dazu befragt werden um die Position der Roma hierzu zu verstehen.“[xii] Solche Erfassungsaktionen, die Arbeit der Roten Kreuze und die Arbeit von Robert Ritter und seiner Assistentinnen wie Eva Justin und Ruth Kellermann, waren die Wegbereiter der Vernichtungsaktionen gegen Roma in zweiten Weltkrieg. Wird Europa und seine Mitgliedsstaaten die selben Fehler begehen wie im zweiten Weltkrieg ? Sie sind auf dem besten Weg dazu, nur das es heute viel mehr Roma und das Internet gibt.
Mir kommt ein Vorfall in Erinnerung. Ein Roma aus dem Kosovo rief mich als Chefredakteur des RomNews Network an. Er erzählte mir das Sie von den Albanern vertrieben werden. Ich sagte Ihm geh zu den Deutschen Soldaten die werden euch schützen. Er Antwortete das er das als erstes versucht habe, man habe ihn weder geholfen noch ihn und seine Familie geschützt.
Es herrscht eine Bigotterie in der Europäischen Politik. Auf der einen Seite wird gefordert länder wie Iran, China oder Russland müssen die Menschenrechte einhalten. Auf der anderen Seite werden die Menschenrechte der Roma in Europa mit füssen getreten. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Länder ausserhalb Europas die einhaltung der Menschenrechte in Europa fordern, wie schon jetzt Hilary Clinton die Amerikanische Aussenministerin für die Vereinigten Staaten. Übrigens, Bill Clintons Grossmutter war eine Romni.
Es scheint auf mich den Eindruck zu machen als wenn alle Europäer immer noch die Hoffnung haben das wir die Roma in Europa, Europa irgendwann auch wieder verlassen. Dieses wird nicht so passieren.
Die Internationalen Institutionen wie die Organisation für Zusammenarbeit und Kooperation in Europa (OSZE) das ODiHR, der Europarat (CoE) und die Fundermental Rights Agency (FRA) haben völlig versagt. Ausnehmen möchte ich auch nicht die Vereinten Nationen (UN), die die Roma und Sinti explizit aus der Gedenkfeier zur Befreiung von Ausschwitz am 27.01.1945 am 27.01.2009 auslieden. Es scheint als wenn die Europäer nicht fähig sind ihren Antiziganismus zu erkennen und zuzugeben. Dieses wäre der erste Schritt zu einer Normalisierung des „Zigeunerbildes“. Die Medien schreiben gerne Zigeuner, weil die damit verbundenen Vorurteile weithin bis heute virulent sind. Menschen die sich Journalisten nennen, schreiben hetzerisch über „Zigeuner“, kriminalisieren Sie durch Berichterstattung und betreiben so Volksverhetzung. Leider gibt es mir unverständlicherweise bis heute Länder in der EU in denen Volksverhetzung kein Straftatbestand ist, wie in Ungarn. Das Resulat von so eklatanten Rechtsstaalichen Missständen, sind Rechte und Medien die ungestraft ein ganzes Volk zu kriminellen Abstempeln. Wenn wir Roma das machen würden müssten wir halb Europa als Nazis bezeichnen. Eine Art in der das Problem des wachsenden Antiziganismus seine hässliche Fratze zeigt ist die Arroganz von Journalisten uns als „Zigeuner“ zu bezeichnen. Die Erklärung darauf lautet ja da gibt es ja eine Sinti Organisation und die sagt man soll Zigeuner schreiben. Ob die Restlichen Verbände in Deutschland dieses als Beleidung auffassen ist Egal. Frei nach dem Motto: Hier habe ich einen Verband der mir erlaubt meine Vorurteile frei auszuleben. Die Jounalistische Obejktivität scheint hier nicht gültigkeit zu haben. Es ist schwierig in Deutschland Rassismus uns Diskriminierung zu Thematisieren. Während der Borat Aktion versuchten mich fast alle Journalisten davon zu Überzeugen das ich doch nicht Diskriminiert werde. Das Bewusstsein das nur der Diskriminierte dieses für sich definieren kann, scheint nicht erwünscht zu sein. Als Beispiel möchte ich die sogenannte integration nennen. Die Familie Weiss in Hamburg lebt hier seit nahezu 600 Jahren hat aber nahezu mit den selben Problemen und Vorurteilen zu kämpfen wie erst seit wenigen Jahren hier lebende Roma aus der Balkan Region. Dasselbe trifft auch auf die Schulproblematik zu. Hieraus erklärt sich für mich das es nicht in unserer Hand liegt uns zu integrieren. Wir sind einfach unerwünscht. Wenn sich Europa in einem einig ist dann über sein „Zigeunerbild“. Historisch gesehen lässt sich verstehen wieso die „Europäer“ dieses Bild von uns haben. Wir kamen in 14ten Jahrhundert mit den Osmanischen Eroberern nach Europa. Die Roma waren im Osmanischen Reich Grossteils Selbsständige Handwerker und zu einem kleineren Teil Sklaven. Der Islam mit seinen Expandierenden Reichen stellte für Europa lange, bis 1912 eine konkrete bedrohung dar. Südöstlich in Europa rückten die Türken bis vor Wien vor und setzten sich nahezu 500 Jahre auf dem Balkan fest. Südwestlich nahmen ...... große Teile Spaniens ein. Zu diesen Zeiten wurden die Vorurteile gegen uns geboren: „Spione der Türken“, „Pestbringer“, „Kinderdiebe“, „Wäschediebe“, „Hühnerdiebe“, „Nomaden“, mit möchte mich jetzt nur auf die klar negativen Vorurteile konzentrieren. Diese Vorurteile lassen sich Größtenteils durch die Geschichte oder unsere Wahrnehmung erklären. Was leider dazu führte das die Europäische Bevölkerung uns fürchtete oder wir Ihnen Unheimlich waren. Hilfreich war dies nicht uns als Normale Menschen wahrzunehmen da nahezu kein Wunsch bzw. Bedarf von seitens der Mehrheitsbevölkerung gab uns kennenzulernen. Sie können 20 Jahre in einer Wohnung leben, im 21sten Jahr sagt Ihnen Ihr Deutscher Nachbar, Sie seien ein Nomade. Diese Art von Wahrnehmung ist Eigentlich nur damit zu erklären das der Antiziganismus und seine damit verbundenen Vorurteile schon im Kindesalter unhinterfragt transportiert werden. Um ein Umdenken zu erreichen ist der einfachste Weg der der respektvollen Begegnung der Kulturen, der leider nicht erwünscht sheint. Erwünscht ist die Erkenntnis nicht. da sonst das konstrukt des Zigeuners nicht mehr verfügbar wäre und man die „Bettelmafia“ wahrnehmen müsste als Arme Menschen die durch Betteln versuchen zu Überleben. Dann drängt sich natürlichnauch die Frage auf warum Betteln und nicht Arbeiten ? Diese Antwort ist verhältnismäsig einfach, keine Schule und Ausbildung keine Arbeit. Wer stellt den auch einen „Zigeuner“ ein ? Hier wäre es hilfreich und auch angebracht riguros zu sein wie bei dem Begriff Neger. Dieser ist in Deutschland als politisch unkorrekt angerkannt, anders wird die Situation bei dem Begriff Zigeuner. Politiker in Deutschland hüten sich davor Zigeuner zu sagen. Die Medienlandschaft führt die Begrifflichkeit gerade wieder ein, toleriert durch den Deutschen Presserat.
In ländern wie Spanien die mit Ihrer Islamischen Besetzung nicht Feindbilder schafften sondern von der damals weiterentwicjelten Orientalischen Kultur lernten. Lernten auch die Roma wertzuschätzen, dieses ging soweit das fast die gesammte musikalische Kulturlandschaft, der Flamenco durch Roma .....Spanien representieren.
Ein Beispiel für Antiziganismus in den Medien ist die Nachrichtensendung und Redaktion des Öffentlich Rechtlichen NDR Senders 90,3. Diese Berichteten am 16.12.2008 in Ihrer Nachrichten Sendung das Jugendliche Einbrecher festgenommen wurden und diese Roma und Sinti seien[xiii]. Nach einem telefonat mit der zuständigen Radio Nachrichtenredaktion, die von mir darauf hingewiesen wurde das Sie mit der Nennung der Ethnie in einem Negativen kontext gegen den Deutschen Pressekodex verstossen würde, verneinte man den Vorwurf und sagte man habe nur eine Polizei Presse Mitteilung verbreitet. Die daraufhin von mir kontaktierte Pressestelle der Hamburger Polizei, diese verisicherte mir so nicht berichtet zu haben und das man sich an dem Deutschen Pressekodex halte. Eine Minute später erhielt ich die Original Pressemitteilung der Polizei dort stand „Erfolgreiche Fahndung – Drei Festnahmen nach Einbruchsversuch“ [xiv]und weiter „Die Jugendlichen aus den ehemaligen Jugoslawien...“. So wurde aus einer Pressemitteilung der Polizei die von Jugoslawischen Jugendlichen sprach, Kriminelle „Zigeuner“ gemacht. Dieses geschah in dem Kopf eines Journalisten. Der Chefredakteur der 90,3 Redaktion, sagte mir dann auch am Telefon „...Rufen Sie mich wegen so einem Unsinn nicht mehr an!“. Erst die Kontaktaufnahme mit dem Intendaten des NDR und dann mit den NDR Hauptnachrichtenredaktionen führte zu einer Auseinandersetzung mit der 90,3 Redaktion die dann umgehend die Berichterstattung über dieses aus dem Programm nahm. Dafür bezahleich GEZ. Um meine Mediale Diskriminierung selbst zu finanzieren.
Der Focus berichtete in seiner Ausgabe 29/2008 über Autofenster putzende Roma aus Berlin. Das Problem dieser Berichterstattung war, dass die Roma in diesem Artikel durchweg als „Zigeuner“ bezeichnet wurden. Ein weiterer Vorwurf des EZAF gegen diesen Artikel war die durchgängige „Kriminalisierung“ der „Zigeuner“ in diesem Artikel. So wurde auch Unterstellt das seitdem diese Gruppe auf den „Autofensterputzmarkt“ drängt an Tankstellen Fensterputz Utensilien gestohlen wurden. Auf Grund dieses Artikels reichte das EZAF eine Beschwerde beim Deutschen Presserat ein. Die darauffolgende Ausseinandersetzung möchte ich hier noch mal darstellen, um Antiziganistische Denkmuster auch Beim Deutschen Presserat bloszustellen. Ob man sich als Angehöriger einer Minderheit Diskriminiert fühlen darf oder nicht, masst sich der Presserat an zu Enscheiden. „Auch werde der Bescherdeführer nicht in seiner Ehre verletzt.“[xv] Wie soll ich mich nicht verletzt fühlen wenn mein Volk herabwürdigend als „Zigeuner“ bezeichnet wird. Würde sich ein Deutscher nicht Aufregen wenn er als Nazi bezeichnet werden würde. Weiter „Eine ethnische Zuordnung sei sein im vorliegenden Fall zum Verständnis des Vorganges erforderlich, da es nämlich nicht in Algemeiner Form um das Problem des aufgedrängten Fensterputzens im Strassenverkehr gehe. Vielmehr sei gerade die besondere Verschärfung der Situation Gegenstand des Artikels, die in jüngerer Zeit in Berlin eingetreten sei.“. Diese Formulierung spiegelt genau das Problem wieder welches sich dort bis heute ein Jahr später aufgestachelt hat. Der Focus war das erste Medium welches dieses Thema aufgegriffen hat. Leider zu unserem schlechten. Diese begründung würde ich verstehen wenn in dem Focus Artikel geschrieben worden wäre wieso diese Menschen nach Berlin kommen um zu Betteln, denn Juristisch ist Autofensterputzen nichts anderes. Besonders Perfide wurde die Begründung der Ablehnung als mir folgendes geschrieben würde: „Zusätzlich wende sich der Beschwerdeführer geen die Verwendung des Wortes „Zigeuner“. Der Redaktion (Focus) sei bewusst, dass dieser Begriff teilweise umstritten sei. “, weiter „Dies habe sich besonders deutlich im Zusammenhang mit der Auseinadersetzung über die Inschrift für das Denkmal der von Nazis ermordeten Zigeunern in Berlin Tiergarten gezeigt.“ hier bezeichnet uns der Presserat vertreten durch Herrn Tiaks als Zigeuner und aus einem Mahnmal wird ein Denkmal. Daraufhin beruft man sich in der Begründung der Ablehnung auf die Internetseite der Sinti-Allianz dort so heisst es „... für alle Zigeuner errichtet werde und nicht nur für Sinti und Roma“ auch zitiert der Presserat und das verwundert mich doch schon Stark, Wikipedia „... sei zu eruieren, dass neben Sinti und Roma weitere Volksgruppen gebe, die von diesen Begriffen nicht erfasst würden, wohl aber von dem Wort Zigeuner“. Eingent lich sollte doch der Deutsch DUDEN beim Presserat mehr beachtung finden als Wikipedia. Der DUDEN schreibt „Die Bezeichnung Zigeuner, Zigeunerin werden vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt. Deshalb sollte die Meschengruppe lieber als Sinti und Roma bezeichnet werden“[xvi]. Diese Definition des DUDEN wurde mit unserer Wiederaufnahme der Beschwerde von 21.07.2008 dem Presserat schriftlich mitgeteilt, ebenso wie die foglenden Fakten: „Erstens diskriminiert uns die Begrifflichkeit “Zigeuner“, da es sich bei diesem Wort um einen vorurteilsgeträgten Terminus handelt, der uns entmenschlicht, wie es die Nazis taten. Zweitens: Der Europarat, die europäische Menschenrechtsorganisation, vermeidet diesen Begriff seit Jahren, da er diskriminiert, dasselbe gilf im übrigen für die Europäische Kommission mund damit für die Europäische Union seit dem 01.01.2008 spricht man nur noch von Roma[xvii].“ Siehe auch den „European Roma Summit“ vom 16.09.2008. Auch wurde dem Presserat von der Frankfurter Rundschau mit dem Titel „Diskriminierung verbieten“[xviii] berichtet. Der ehemalige Verfassungsrichter Helmut Simonhat in einem Verfassungsgutachten betont, dass die bloße Erwähnung der Zugehörigkeit eines Beschuldigten zur Gruppe der Roma und Sinti als Ausgrenzung und Diskriminierung der Gruppe verfolgt werden müsse. Dieses von Simon genannte Fehlverhalten zeigt Hauke-Steller, der Author des Focis Artikels, in seinem Bericht eindeutig. Wohl nicht eindeutig genug für den Deutschen Presserat, obwohl Herr Hauke-Steller weit uber das Ziel hinausschiesst und nicht NUR von Roma und Sinti spricht sondern uns sogar als Zigeuner bezeichnet.
In den letzten neun Jahre, während des öffentlichen Diskurses über die Bezeichnung des Mahnmals in Berlin für die von den Nazis ermordeten Roma und Sinti, haben die deutschen Medien, im speziellen die Printmedien, eine schändliche Diskussion vorangetrieben, die fast 30 Jahre Bürgerrechtsarbeit der Roma und Sinti Verbände in Deutschland untergraben oder gar pulverisieren möchten. Immer wieder wird die Sinti – Allianz aus dem Hut gezaubert wenn ein Journalist „Zigeuner“ schreiben möchte. Hierzu schrieb ich an den Presserat „...““Zigeuner“. Wie gesagt, wird von allen anderen Roma und Sinti Verbänden in Deutschland durchweg als inkorrekte Fremdbezeichnung und vor allem als beleidigend und diskriminierend angesehen,...“; „Diese im Kontext des Holocaust stehende Argumentation der Sinti-Allianz, die einzig und allein dem Gedanken der NS-Opfer gilt,...“; „Die ohnehin schon umstrittene Aussage der Sinti –Allianz ist kein Freifahrtschein zur unreflektierten Verwendung der Begrifflichkeit „Zigeuner“, sondern steht in untrennbarem Zusammenhang mit dem Gedenken an die Opfer des Holocaust.“. Wenn die Sinti-Allianz, welche stets als Scheinargument für die Verwendung des Wortes „Zigeuner“ herhalten muss, sich tatsächlich selber als „Zigeuner“ bezeichnen würde, so würde sich dieser Verein sicher „Zigeuner –Allianz“ nennen. Leider fruchteten keine Argumente, die Beschwerde wurde auch zum zweiten male ‚Abgelehnt. Seitdem schreibt der Focus nur noch Zigeuner. Kein Verfassungsrichter, Kein Oberstaatsanwalt , kein Duden und keine Roma und Sinti Vertreter scheinen den Presserat in seinen Entscheidungen beeinflussen zu können, er legt mehr Wert auf die Seite eines einzelnen Verbandes und auf Wikipedia. Dann kommen solche Sätze heraus „Nach der Auffassung der Mitglieder des Beschwerdeausschusses 1 ist der Begriff „Zigeuner“ trotz der Geschichte Deutschlands heute nicht per se diskriminierend.“ Weiter „..., dass der Oberstaatsanwalt in München im Zusammenhang mit dem Artikel festgestellt hat, die Beziechnung „Zigeuner“ sei politisch unkorrekt, nimmt der Beschwerdeausschuss zur Kenntnis. Aufgabe dieses Gremiums ist es, über presseethische Belange zu urteilen und nicht über das , was in der Gesellschaft gerade als „politisch korrekt“ oder „politisch unkorrekt“ gilt.“ Es scheint fast so als würden diese Menschen wirklich denken presseethisch sei alles in Ordnung, aber was ist mit den Moralischen Grundwerten des Journalismus. Will er nicht Aufklären, die Welt verbessern, was ist mit den ganzen Journalistischen Werten? Das Publizierte wird gelesen und beeinflusst die Gesellschaft die es liesst. Die Leser bilden sich eine Meinung durch das gelesene und Sie gehen davon aus das das was Sie lesen politisch korrekt ist.
Der Hamburger Justizsenator, hat mir auf einer öffentlichen Veranstaltung, am 27.04.2009 zugesichert das wenn mich jemand als „Zigeuner“ bezeichnet, nach Strafanzeige, Hamburger Staatsanwälte wegen Beleidigung ermitteln werden.
Posit

[i] http://causes.com/HelpRoma

[ii] http://www.EZAF.org

[iii] http://www.RomaHistory.com, auch erschienen bei RomaBooks Juni 2003 Zweitauflage – „Die Geschichte der Roma“ von Marko D. Knudsen

[iv] www.EZAF.org

[v] Brief Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Köhler, Außenminister Steinmeier

[vi] Brief von Felix Porkert, SPD Parteivorstand, Abteilung Internationale Politik, Berlin den 08.08.2009

[vii] http://www.emw-ryn.org

[viii] Report from the meeting Cohesion policy, Structuarl funds and Roma inclusion – II Seminar, Centre Albert Borchette – Room CCBA AB2D, 25.06.2009

[ix] Finanzial Times Deutschland, 17.09.2008, „Roma Verbände werfen der EU versagen vor“

[x] taz, 17.09.2008, Die Dolmetscher vergessen

[xi] Die Presse, Karl Gaulhofer, Print Ausgabe 17.09.2008, Bericht Seite 7

[xii] Report from the meeting Cohesion policy, Structuarl funds and Roma inclusion – II Seminar, Centre Albert Borchette – Room CCBA AB2D, 25.06.2009

[xiii] Radio Sendung 16.12.2009 12:00 Uhr NDR FM 90,3 (Hamburg)

[xiv] Pressemitteilung Polizei Hamburg 16.12.2008

[xv] Deutscher Presserat, Entscheidung des Beschwerdeausschussses 2, 18.09.2008, Peter Enno Tiarks – Vorsitzender des Beschwerdeausschusses.

[xvi] DUDEN, 24. Auflage (die Aktuelle Auflage 2008)

[xvii] Brief vom EZAF and den Presserat, Wiederaufnahme der Beschwerde vom 21.07.2008 gegen den Focus

[xviii] Frankfurter Rundschau vom 27.04.1993, „Diskriminierung verbieten“. Ex Verfassungsrichter Unterstützt Roma und Sinti

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